#113 «SELBSTORGANISIERENDE MUSTER» – Ausstellung von CORNELIA BÜCHEL, Kunstschaffende
Grossformatige Ölbilder, Tusche-Zeichnungen, Draht-Netze und Schrift-Bilder
Cornelia Büchel verarbeitet ihre Natur-Beobachtungen auf eigene Weise. Sie interessiert sich für Oberflächenstrukturen, Verzweigungen und Form-Entstehung. Zeichnerisch und malerisch beschäftigt sie sich mit den kleinsten Grund-Bausteinen von Material und taucht tief in den gestalterischen Mikrokosmos ein: Punkte, Linien, Dreiecke und Kreise sind da zu finden. Diese tragen zwar die Gesetze der Geometrie in sich, unterscheiden sich aber voneinander ganz minimal. Sie sind nicht starr und reagieren auf Fehler, Temperatur oder Erschütterung mit Anpassung. So wie beispielsweise alle a in einem handgeschriebenen Text individuell sind, ohne ihre Bedeutung zu verlieren, so sind es auch Cornelia Büchels Dreiecke und Kreise. Durch Aneinanderreihung und Zusammenschiebung dieser visuellen Bausteine entstehen Muster, die nicht mit Massstab, Zirkel oder Computer konstruiert werden können. Es entsteht eine Regelmässigkeit, die nie symmetrisch ist, und deren Regeln die Künstlerin selber bestimmt.
In der Ausstellung sind sowohl grossformatige Ölbilder, wie auch Tusche- Zeichnungen, Draht-Netze und Schrift- Bilder zu sehen. Wörter und Gedanken sind sozusagen die Früchte ihres konzentrierten, fast meditativen Arbeitens und verbinden sich unausweichlich mit dem Makrokosmos, also mit uns und unserer Welt als Ganzem.
Cornelia Büchel ist 1961 in Tübach geboren. Seit 1982 lebt und arbeitet sie in Flawil. Sie hat zwei erwachsene Töchter. Schon während ihrem Berufsleben im Gestalterisch/Pädagogischen Bereich hat sie sich künstlerisch weitergebildet, unter anderem bei Max Oertli, Fredi Kobel, Larry Peters und Barbara Bamert. Nach einer Reise nach Pompei (1991), begann sie sich mit der Antike und der Welt der Pigmente und der Freskomalerei zu befassen, machte ein Handwerkerpraktikum in einem Gipsergeschäft und suchte nach dem Ultimativen Rot. Immer mehr begann sie sich für Risse und die Gesetze des Zerfalls zu interessieren. Damit hat ihr Interesse für Muster in der Natur, sogenannte selbstorganisierende Muster begonnen. In ihrem Atelier verfolgt sie zeichnerisch und malerisch eigene Regeln und stösst dabei auf Erscheinungsbilder, die an mikroskopische Ansichten erinnern. Als Kunsthandwerkerin arbeitet sie zudem mit Draht für verschiedenste Ausstellungen und spezielle Verkaufs-Läden. Einmal wöchentlich gibt sie ihre Material-Erfahrungen an interessierte Personen in ihrem offenen Atelier an der Mittelgasse in Flawil weiter. Sie ist auch kuratorisch tätig und denkt mit Hingabe über das nach, was sie tut.
Ausstellungen
Nebst vielen Gruppen-Ausstellungen sind hier einige Einzelausstellungen erwähnt:
1993 “Zoom”, Galerie-Café Elite, Rorschach
1994 “Grosse Farben”, Restaurant Facincani, St. Gallen
1994 “Akte”, Galerie Bélart, St. Gallen
1997 “Blau”, Galerie im Tal, Degersheim
2002 “Rot”, Goldschmitte Häfeli, Flawil
2010 “Herzfarben und Denkmuster”, Alter Postsaal, Flawil
2016 “Netzmuster als Denkräume”, Weinlandgalerie, Kleinandelfingen
2016 “Muster-Zimmer”, Werkhaus45, St. Gallen
2017 “Netze”, Dar Bouidar, Marrakesch
2018 “Artefakte”, Grotto Glatto, Flawil
2019 “Forschungen”, Atelier Mittelgasse, Flawil
2019 “Akklimatisation”, Grotto Glatto, Flawil
2019 „Selbstorganisierende Muster“, Parterre33, St. Gallen
2020 “……”, bei Sibyll Gut, Goldschmiedin, Lichtensteig
2021 “……” , Schloss Dottenwil, Wittenbach
Mittwoch, 27.November, bis Sonntag, 1. Dezember 2019
Öffnungszeiten:
Mittwoch, 27. November, 18.30–21 Uhr (Vernissage/Apéro)
Donnerstag, 28. November, 16–19 Uhr
Freitag, 29. November, 16–20 Uhr
Samstag, 30. November, 11–16 Uhr
Sonntag, 1. Dezember, 13 bis 17 Uhr
Die Künstlerin ist immer anwesend.

